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Folgewirkung des Klimawandels

In den letzten 100 Jahren hat sich die Erde im Durchschnitt um 0, 7 °C erwärmt, zum größten Teil in den vergangenen 3 Jahrzehnten. Die Folgen dieser Erwärmung spüren wir bereits sehr deutlich.

Es fegen immer mehr Stürme über Europa hinweg, Hurrikans im Golf von Mexico nehmen an Stärke zu, milde und regenreiche Winter bringen mehr Überschwemmungen, sommerliche Hitze- und Dürreperioden nehmen zu, Gletscher schmelzen und Permafrostböden tauen auf.
An den Folgen der Hitzewelle im Sommer 2003 starben allein in Europa 35. 000 Menschen.
Die Folgen der Gletscherschmelze sind dramatisch: Überschwemmungen, verbunden mit Muränenabgängen und Erdrutschen, sind die unmittelbaren Auswirkungen. Langfristig droht Trinkwasserknappheit, denn drei Viertel aller Süßwasserreserven sind im Gletschereis gebunden.

Mit der Erderwärmung steigt die Meerestemperatur und die Verdunstung über den Ozeanen. Hurricans entstehen nur, wenn die Meerestemperatur höher ist als 26, 5 °C. Mit steigenden Temperaturen und entsprechend größerer aufsteigender Feuchtigkeit nimmt auch die Stärke von Wirbelstürmen zu.

In Deutschland werden die Niederschläge im Winterhalbjahr um bis zu 30 % zunehmen. Die nassen Winter des Jahreswechsel 2005/2006 und 2006/07 und der relativ warme November 2009 mit den starken Schneefällen im Dezember 2009 und Januar 2010, sowie die starken Regenfälle in den USA im Januar 2010 sind bereits ein Vorbote einer langfristigen Änderung des Wettergeschehens in Deutschland und der Welt.
Auch Starkregenfälle nehmen zu. Im Sommer 2002 führten sintflutartige Regenfälle zu Niederschlagshöhen,  im Ein- zugsgebiet der Oberelbe in einigen Orten bis zum Vierfachen der durchschnittlichen Niederschlagsmenge des Monats August.

Wetterextreme sorgen aber nicht nur für Hochwasser, extreme Sommer und Dürreperioden könnten bald zum Alltag werden. In Europa leiden bereits jetzt mehrere Regionen an Bodenverlust durch Trockenheit, besonders in Spanien.

Möglicherweise könnte durch den Klimawandel der Abbruch bzw. die Abschwächung des Nordatlantikstroms (das ist der nach Europa reichende "verlängerte Arm" des Golfstroms) verursacht werden.
Dieser Strom bringt warme Wassermassen aus der Karibik nach Europa und sorgt hier für relativ milde Temperaturen.
Vor allem durch die zunehmenden Niederschläge, aber auch durch das Schmelzen des Grönlandeises könnte der Nordatlantikstrom durch die immense Süßwasserzufuhr abgeschwächt werden oder sogar versiegen. Manche Klimamodelle sagen als Folge eine regionalen Abmilderung der Erwärmung voraus, anderen sogar eine deutliche regionalen Abkühlung gegenüber heutigen Temperaturen, insbesondere in Europa.

 

 

Der Klimawandel verursacht durch diese Auswirkungen auf die Natur aber auch finanzielle Schäden beträchtlichen Ausmaßes. Der Report des ehemaligen Chefökonomen der Weltbank, Nicholas Stern, geht für den Klimaschutz von Kosten in Höhe von 1% des globalen Bruttoinlandsproduktes (BIP) aus.
Ein ungebremster Klimawandel führe zu einem Verlust von mindestens 5% des BIP, so Stern. Das wirtschaftliche und soziale Leben könnte weltweit ähnlich beeinträchtigt werden wie durch die Weltwirtschaftskrise und die Weltkriege in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Nach Meinung des Instituts der Deutschen Wirtschaft seien ohne Maßnahmen zum Klimaschutz im Jahr 2100 mit globalen Klimaschäden von bis zu 20 Billionen US-Dollar zu rechnen. Bei sofortigem Handeln wird eine aktive Klimaschutzpolitik im Jahr 2100 nur rund drei Billionen US- Dollar kosten. In Deutschland würde eine Klimaschutzpolitik 2100 Kosten von 40 Milliarden US- Dollar erzeugen, wobei allerdings 160 Milliarden an Klimaschäden vermieden würden.

Bei diesen Rechnungen geht es längst nicht mehr um Zukunftsszenarien, die Kosten des Klimawandels sind bereits Realität. Für das Jahr 2002 bezifferte die Münchener Rück die globalen Schäden in Folge extremer Wetterereignisse auf 55 Milliarden US-Dollar, was eine Steigerung um das 15-fache innerhalb der letzten 30 Jahre bedeutet. Alleine das Elbe- Hochwasser hat in Deutschland Schäden von 9, 2 Milliarden Euro verursacht.

Klimaschutz spart mehr, als er kostet - allerdings nur dann, wenn umgehend damit begonnen wird.

 


 
 
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  zuletzt geändert: 23.01.2010, 16:41